Susanne Junker, 1973
in Deutschland geboren, lebt und arbeitet in Shanghai und Paris. Seit
einiger Zeit hat Susanne Junker die andere Seite auch besetzt: Als Model vor
der Kamera gestartet, ist es ihr gelungen nicht nur die Art ihrer
Inszenierung zu wechseln, sondern nun auch selber zur inszenieren.
Sie ist die Frau vor und hinter der Kamera. In ihren seriellen
Farbfotografien spielt Susanne Junker viele Rollen um sich mit
der Situation der Frau in verschiedenen Gesellschaften auseinander zu
setzen. Ob es dabei um die in einigen Schichten und Gruppen noch lange
nicht angekommene Emanzipation oder die streng choreographierten –
eigentlich männlichen - Charaktere der Peking-Oper geht, immer setzt
sie sich mit viel Humor und dabei doch bitterböse pointiert ins rechte Licht.
Das diese Art der Selbstinszenierung nicht nur Freude und Freunde macht ist
klar, vielmehr scheint es sich um eine Katharsis zu handeln, die ohne
Rücksicht auf Markt und Käufer auskommt.
Die aus vielen Bildern
sprechende Aggression ist nur Reaktion auf unsere aggressive Gesellschaft,
die aus den Verdrängungswettkämpfen auf allen Ebenen ihre Kraft
und Energie zieht. Das Susanne Junker dabei eigene Erfahrungen aus einer
der schnelllebigsten und unmenschlichsten Branchen mitbringt, dürfte sie
bei ihrer Arbeit eher fördern als beschneiden und vielleicht sogar ein
Grund für ihren künstlerischen Ausdruckswillen sein.
Mit den Serien „Figures
for the base of a Crucifixion“(2008) und „Me You Sex Friend Want“ (2007)
arbeitet Susanne Junker sich in kruder Form an den Themen
Unterdrückung, Machtlosigkeit und der Frau als Sexsymbol in Werbung und
Alltag ab. In ihrer neuesten Serie „Geiles Globales Gesicht“ (2008)
schlüpft sie in verschiedene Rollenbilder der traditionellen Peking Oper.
Die klar strukturierten Frontalportraits zeigen Susanne Junkers beinahe
unkenntliches Gesicht unter einer dicken Schicht Theaterschminke in
- verschiedenen Charakteren vorbehaltenen – klassischen Masken.
Das alle Rollen in der
traditionellen Peking Oper nur von Männern gespielt werden, zeigt einmal
mehr den Willen der Künstlerin, eine Gegenwart zu schaffen, die mit
Unterdrückung – auch in subtiler Form – aufräumt und ein selbstbestimmtes
Leben möglich macht.